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25.04.2019 10:10 Alter: 27 days

30. Spieltag der Fußball-Bundesliga, SC Freiburg gegen Borussia Dortmund

Ostersonntag, 21. April 2019, 15.30 Uhr Schwarzwald-Stadion, Freiburg SC Freiburg - Borussia Dortmund


Dortmund aus der Retrospektive

 

Zuletzt gab es technische Probleme, weshalb ich jeweils die aktive Unterstützung eines IT-Spezialisten aus dem WZO-Verlag benötigte, um meine Texte ins System zu stellen. Da der Kollege über Ostern verreist war, hing ich in der Uhr.

Vom Heimspiel gegen Borussia Dortmund gibt es deshalb nur eine kurze Abhandlung aus der Retrospektive.

Eingebettet in zahlreiche sehr anspruchsvolle Auswärtsspiele gab es in den vergangenen Wochen zwei Heimspiele des SC: gegen Bayern und gegen Dortmund. Es sind ohne Frage die schwierigsten Wochen dieser Saison. Dem Spielplan ist es zu verdanken, dass der Sport-Club bis Mitte März bereits 30 Punkte gesammelt hatte und sich so ein elf Punkte starkes Polster vor dem Relegationsplatz geschaffen hatte.

Ebenfalls der Spielplangestaltung ist es zuzuschreiben, dass dann die sieben mageren Wochen dieser Saison begannen. Immerhin konnte der SC aber mit dem Remis in Mönchengladbach und der unerwarteten Punkteteilung mit Bayern München zwei Bonuspunkte an Land ziehen, die den Punktestand auf 32 erhöhten und das Polster auf Platz 16 bei elf Punkten beließen. Dass im tiefsten Tabellenkeller zeitgleich ein „Schneckenrennen“ stattfindet, begünstigt die Situation des SC, liegt aber in der Natur der Sache; wer ganz unten steht, punktet in aller Regel nicht viel.

 

Das Fußballspiel

(Mein 940. SC-Livespiel)

 

Der nach wie vor stark ersatzgeschwächte SC Freiburg überraschte seine Anhänger, den BVB und die Fachwelt mit mutigem und konstruktivem Fußball. In der 12. Minute aber ließen die bis dahin enttäuschenden Westfalen ihre Extraklasse aufblitzen: Nach einem Einwurf unweit des Freiburger Strafraums war die SC-Deckung einen kurzen Moment lang ungeordnet. Dortmund spielte in ungeheurem Tempo „Ticki-Tacka“ und schon konnte Sancho den Ball aus kurzer Distanz über die Linie schieben.

Die Schockstarre der Platzherren vor restlos ausverkauftem Haus hielt nicht lange an. Der SC übernahm erneut die Initiative und erspielte sich mehrere gute Chancen. Grifo wurde jedoch im letzten Moment von der BVB-Abwehr ausgebremst, ein schöner Schrägschuss von Waldschmidt wurde bravourös von Bürki pariert und ein Kopfball von Niederlechner ging über das Tor. Fazit der ersten Hälfte: Der SC nutzt seine Chancen nicht und BVB führt glücklich mit 0:1.

Das 0:2 durch Reus in der 54. Minute war die Vorentscheidung. Guerreros tödlichen Pass in die Zentrale und in den Lauf des BVB-Kapitäns schmälerte die Hoffnungen der SC-Fans auf ein Minimum. Ein schneller Anschlusstreffer hätte vielleicht doch noch einmal für Spannung sorgen können aber der fiel nicht. Stattdessen schlug Borussia in der Schlussphase noch zwei Mal zu: Elf Minuten vor dem Ende bediente Reus Deutschlands WM-Final-Held Götze und der schob zum 0:3 ein. Als der Ball in der 89. Minute Stenzel an die Hand sprang gab es Elfmeter, den der eingewechselte Alcazer sicher zum 0:4-Endstand verwandelte.

Natürlich war der Dortmunder Sieg verdient. Er fiel aber freilich um ein, zwei Tore zu hoch aus. Hätte der Sport-Club seine Torchancen (vor allem in der ersten Halbzeit) genutzt, wer weiß, wie sich das Spiel entwickelt hätte.

 

Das Nachspiel

Die Erkenntnis, dass die nicht genutzten Torchancen maßgeblich für die Niederlage verantwortlich waren stand schon am Ende der Spiele in Mainz und Bremen. Trotz ansprechender fußballerischer Leistungen holte der Sport-Club aus den drei Spielen null Punkte, bei 1:11 Toren. Das geht eigentlich gar nicht… Das passt nicht zu den gezeigten Leistungen auch wenn die bei den zahlreichen Gegentreffern und in der Konsequenz vor dem gegnerischen Tor nicht optimal waren. Die Gegner in dieser Saisonphase sind herausfordernd, das steht fest. Beim nächsten Spiel in Leipzig wird es ähnlich. Danach beginnt eine andere Saisonphase; das Saisonfinale mit drei Gegnern auf Augenhöhe.

Und ich so?

Ich war erstmal ein bisschen enttäuscht, logisch. Nach der Liveausstrahlung meiner Spielanalyse mit Notengebung für die SC-Jungs und der parallelen Aufzeichnung des Vorgangs per Video für die Facebookseite von baden.fm konzentrierte ich mich auf die bevorstehenden Interviewsequenzen und fuhr im Fahrstuhl runter zur Mixedone. Ich kam zeitgleich mit Mike Frantz, dem ersten Spieler, der sich dort einfand,   am Interviewort an, was ich als gutes Zeichen wertete; als glückliche Fügung. Nachdem das gespräch im Kasten war, mussten wir Vertreter der Privatradios und der schreibenden Presse etwas länger warten. Nach Niederlagen drängelt sich niemand vor, um ein Interview zu geben. Auf Intervention der Presseabteilung kam dann noch Christian Günter zu uns. Ich fragte ihn, ob sie geknobelt hätten, wer raus „durfte“, Günni grinste und meinte, „nee, nee, mir wurde gesagt, dass ich nochmal raus sollte.“

In der PK schien Christian Streich ähnlich enttäuscht zu sein wie ich; er wirkte ob der Niederlage und den sich wiederholenden Problemen etwas angefressen. Trotzdem analysierte er freundlich und badisch-eloquent wie immer, das zuvor erlebte.

Der Rest war dann Ostern.

Montag mit Familie und Freunden im Europa Park, abends grillen – alles wird gut. Mit dem Abstieg bekommt der SC nichts mehr zu tun.