< 31. Spieltag der Fußball-Bundesliga, Leipzig gegen SC Freiburg
03.05.2019 11:44 Alter: 19 days

32. Spieltag der Fußball-Bundesliga, SC Freiburg

Sonntag, 5.Mai 2019, 15.30 Uhr * Schwarzwald-Stadion, Freiburg * SC Freiburg - Fortuna Düsseldorf *


Das Vorspiel

Der Klassenerhalt steht an diesem Wochenende im Fokus des SC Freiburg; die Mannschaft steht kurz vor dem Erreichen des Saisonziels. Eventuell wird dieses schon am Samstag, quasi auf dem Sofa, erreicht – wenn der derzeitige Tabellensechzehnte VfB Stuttgart am Samstag in Berlin nicht gewinnt. Schafft Hertha gegen den VfB einen Sieg oder ein Remis können die Schwaben den SC in der Tabelle nicht mehr einholen. Das ist übrigens eine sehr Freiburg-orientierte Situationsanalyse, denn bundesweit hat den Sport-Club niemand mehr für die Relegation auf dem Zettel. Stuttgart, ja, vielleicht noch den Verlierer des Spiels Schalke gegen Augsburg, aber Freiburg doch nicht. Hier, im Schwarzwald selbst, wo 1994 durch drei Siege zum Abschluss der Saison - bei zeitgleichen drei Niederlagen des späteren Absteigers 1. FC Nürnberg -schon einmal die Quadratur des Kreises gelungen ist, rechnet man stets mit dem Schlimmsten. Auch schlechte Schiedsrichter und „blinde“ Videoassistenten muss man in die Überlegungen einbeziehen, wie Leipzig mal wieder gezeigt hat. Da kann ein Restprogramm mit zwei Heimspielen gegen Düsseldorf und Nürnberg und einem Auswärtsspiel bei Schlusslicht Hannover noch so verlockend und Punkte versprechend sein, am Ziel bist du erst, wenn du die Ziellinie überschritten hast; also mutmaßlich an diesem Wochenende. Ich vermute, schon am Samstag.

Die Sportler, also Mannschaft und Trainer, werden natürlich auch nach Berlin „schielen“, ihnen geht es aber primär darum, sich endlich wieder für ihre Leistungen zu belohnen. Endlich wieder gewinnen, so die Zielsetzung – wenn es dann ein Punkt würde gegen die Fortuna, so what? Vier Mal in Serie hat der SC zuletzt verloren – in jedem dieser Spiele, in Mainz und Bremen sowie gegen den BVB und in Leipzig, hat der SC besser gespielt als im Hinspiel in Düsseldorf, einem der schwächsten Auftritte in dieser Saison. Da gibt es für die Jungs etwas gutzumachen. Definitiv.

Das Spiel gegen Düsseldorf steht erst am Sonntag auf dem Programm. Bis es so weit ist, steht noch einiges Aufregendes auf meinem persönlichen Vorprogramm. Das geht schon heute Abend los:

Der Leib- und Magenverein meiner ersten Lebenshälfte, Arminia Bielefeld, spielt in der zweiten Liga gegen den SC Paderborn. In der regionalen Hackordnung steht Arminia immer über Paderborn. Das ist ligaunabhängig unumstößlich. Arminia ist einfach wichtiger. Ich weiß noch als Paderborn in der Bundesliga zu Gast in Freiburg war und ich vor Beginn meiner Radioshow als Stadionmoderator einspringen musste. Ich begrüßte die Gäste sehr freundlich mit mehreren sehr positiven Attributen und schließlich als die „umumstößliche Nr. 2 aus Ostwestfalen“. Man muss wissen – Arminia war damals Drittligist…

In Ostwestfalen streiten sich Fußballfans, ob das Spiel Arminia gegen Paderborn ein Derby ist oder doch nur ein Nachbarschaftsduell. Ich gebe zu, nach 25 Jahren aus der Distanz betrachtet sind die OWL-Zickereien untereinander für mich weit weg. Ich habe Arminia in der DNA, logisch, habe aber mit der Zeit durchaus Sympathien für die Paderborner entwickelt. Deren Gastfreundschaft beim Aufstieg des SC Freiburg vor ein paar Jahren war vorbildlich. Ich kenne den Geschäftsführer persönlich, wir sind auf „Du“ und wenn ich etwas brauche bekomme ich das. Mit SCF-Leihgabe Mo Dräger hatte ich beim Hinspiel SCP – Arminia ein nettes Interview, der Stadion-Caterer ist sogar ein guter Freund von mir. Alles gut. Ich habe eine unverkrampfte Haltung zum SC Paderborn. Ich mag die in ihrem Wellblechpalast. Ihr sportlicher Erfolg in der laufenden Saison – das kommt dazu -ist irgendwie sexy. Mein Dilemma: Für Arminia geht es heute Abend praktisch um nichts, denn die Vorherrschaft in Ostwestfalen haben sie sowieso. Paderborn als Aufsteiger wäre mir, auch mit Blick auf den Abstiegskampf in der nächsten Saison, tausend Mal lieber als ein Aufsteiger HSV. Und eine Bundesliga-Dienstreise in meine Heimatregion würde mir in der nächsten Saison sicher besonders viel Spaß machen. Trotzdem würde ich natürlich niemals so weit gehen, den Paderbornern gegen Arminia die Daumen zu drücken. Nein, so weit geht es dann doch nicht mit der Pragmatik aus Freiburger Sicht. Ich bin aber hin- und hergerissen... Ich denke, ich wünsche mir primär, dass es einen Sieger gibt. Ein Remis, wie beim 2:2 im Hinspiel, das ich live in der Benteler-Arena, dem angesprochenen Wellblech-Palast, verfolgt habe, würde keinem Team weiterhelfen. Einer von beiden soll drei Punkte kassieren. Gewinnt Arminia, gewinnt damit mein Club. Gewinnt Paderborn, steigert das die Chancen der ostwestfälischen Nummer 2, die nächste Woche den HSV empfängt, aufzusteigen; vielleicht sogar auf direktem Wege. Das wäre nicht schlecht für uns Freiburger.

Am Samstag plane ich am Vormittag endlich mal wieder etwas für meine eigene Form zu tun, im Studio Kraft und Ausdauer zu trainieren, danach widme ich mich ganz dem TV-Fußball, wobei SC II gegen Hoffenheim II (14 Uhr) auch noch eine Option wäre. HSV gegen Ingolstadt (13 Uhr) klingt aber auch sehr reizvoll. Und dann halt Hertha gegen den VfBäh – siehe oben.

Bevor ich am Sonntag zur baden.fm-Bundesligashow aufbreche, moderiere eine Oldtimerparade am verkaufsoffenen „Oldtimersonntag“ in Staufen. Bis 13 Uhr, vielleicht auch 13.15 Uhr werde ich über 100 historische Karossen die durch die Altstadt kurven vorstellen, Interviews mit den Fahrern machen, Witzchen reißen und so weiter. Das mache ich schon seit Jahren; in der Regel bin ich dann kostümiert oder zumindest im dunklen Anzug. Das wird diesmal nicht gehen… Ich fürchte, der Moderator trägt hummel-Klamotten, gebrandet mit baden.fm – denn sobald der letzte Oldtimer durch ist muss ich schnurstracks zum Schwarzwald-Stadion…

Heute ist Freitag und alles liegt noch vor uns und mir – auch die turnusmäßige Pressekonferenz mit Trainer Christian Streich. Sie steigt um 13 Uhr. Am Nachmittag fahre ich hier fort und werde über die Eindrücke berichten, die ich aus der PK mitnehme.

 

Nach der Pressekonferenz und dem kleinen inoffiziellen Talk hinterher weiß ich, dass Streich mit einem VfB-Sieg in Berlin rechnet (inoffizieller Teil), dass es selbstverständlich kein gemeinsames Anschauen des Spiels Hertha gegen VfB geben wird (offizieller Teil / „Die Jungs sollen die Beine hochlegen und sich auf Sonntag vorbereiten, um dann topfit und hochkonzentriert eine gute Leistung zu zeigen“). Außerdem wurde vermittelt, dass Waldschmidt weiter ausfällt, ein Einsatz von Petersen noch fraglich ist – vielleicht als Joker denkbar und dass Sallai zumindest für einen Teilzeiteinsatz in Frage kommt. Trotz der Einschränkungen könne auch sein, dass sowohl Petersen als auch Sallai auf der Bank Platz nehmen und auf Teilzeiteinsätze warten, was größere Veränderungen im Kader zur Folge hätte. Andererseits ergeben die sich zum Teil von selbst, weil Abrashi mit der fünften Gelben Karte gesperrt ist.

Den Gegner, Fortuna Düsseldorf, lobte Christian Streich über alle Maßen, statistisch gehören die Männer von Trainer-Routinier Friedhelm Funkel im Kalenderjahr 2019 zu den drei, vier besten Teams der Bundesliga. Das schnelle Umschaltspiel ist ihre besondere Qualität.

 

Die Bühne ist angerichtet – dieses Wochenende hat der SC sein Ziel, Klassenerhalt, unmittelbar vor Augen. Am Sonntag soll gefeiert werden!

Ich übertrage das Spiel SC Freiburg gegen Fortuna Düsseldorf am Sonntag ab 15 Uhr live bei baden.fm

 

Das Fußballspiel

(Mein 942. SC-Livespiel)

Fortuna Düsseldorf wurde just am Sonntag, 5. Mai 2019, 124 Jahre alt und der Sport-Club hatte einen Tag zuvor, durch die Niederlage des VfB Stuttgart in Berlin sein Saisonziel erreicht. Entsprechend ausgelassen war die Stimmung im ausverkauften Schwarzwald-Stadion. Da beide Mannschaften ihr Saisonziel bereits als erreicht betrachten konnten fehlte dem Betrachter so ein bisschen die innere Dramatik, etwa das Tragische an Fehlentscheidungen – und deren gab es reichlich…

In einem von beiden Seiten offensiv geführten Spiel hatte Fortuna den etwas besseren Start. Gleich zu Beginn musste sich Alexander Schwolow mächtig strecken, um einen platzierten, flach geschossenen Freistoß der Gäste um den Pfosten herum ins Toraus zu lenken. Beim darauf resultierenden Eckball kam der Freiburger Keeper etwas ins Schwimmen, mit Glück und Geschick aber verhinderten seine Vorderleute einen möglichen frühen Rückstand. Als Vincenzo Grifo, der vor allem die erste Hälfte mit seinen Aktionen prägte, im Strafraum an der Torauslinie einen aus der Luft fallenden Ball mit dem Körper abschirmen wollte, berührte ihn ein Abwehrbein und der Deutsch-Italiener aus Pforzheim ging zu Boden. Ein Kontakt war da, aber kein Foulspiel. Dennoch zeigte der schwache Schiedsrichter Tobias Welz aus Wiesbaden äußerlich absolut überzeugt auf den Punkt. Grifo selbst trat zum Strafstoß an und verlud Fortuna-Torhüter Rensing zum 1:0. Sekunden später tauchte Grifo schon wieder am Strafraum auf, seine Flanke Richtung Kopf von Janik Haberer wurde von diesem aber knapp verfehlt. Wenig später „klaute“ Grifo den Düsseldorfern einen Ball durch geschicktes Pressing tief in der eigenen Hälfte und startete zu einem Sololauf über den ganzen Platz, zumal die Fortunen weit aufgerückt waren. In Tornähe entschied sich der auffälligste Freiburger Offensivspieler des 32. Spieltags gegen einen finalen Pass und für einen Abschluss, der aber durch ein langes Düsseldorfer Abwehrbein zum Eckball abgefälscht wurde.

Nach 31 Minuten passierte, was gegen Düsseldorf möglichst nicht passieren sollte: Ein ungeschickter Ballverlust im Mittelfeld gab Fortuna die Chance zu einem schnellen Konter, der die Freiburger Defensive, in der Robin Koch nach langer Verletzungspause sein Comeback gab, unvorbereitet antraf. Der polnische Nationalspieler von Fortuna, Dawid Kownacki, eine Leihgabe von Sampdoria Genua, ging halb links auf und davon und nagelte den Ball unhaltbar für Schwolow unter die Latte, von wo der Ball ins Tor einschlug. Es war ein geiles Tor aber leider für den Gegner.

Danach machte dann wieder Düsseldorf viel Alarm. Die Gäste bestimmten die ersten und die letzten Minuten der temperamentvollen ersten Halbzeit. Aussichtsreiche Abschlüsse waren aber nicht mehr zu verzeichnen. Kurz vor der Pause sah Haberer wegen eines Ellbogeneinsatzes im Kopfballduell die Gelbe Karte – es war seine fünfte und die sollte wenig später noch unmittelbarere Folgen haben als nur eine Sperre im nächsten Spiel am 11. Mai in Hannover. Das 1:1 zur Pause ging insgesamt in Ordnung.

Die zweite Halbzeit begann mit der zweiten Gelben Karte gegen Haberer, die zu „Gelb-Rot“ führte und Platzverweis bedeutete. Es war eine Fehlentscheidung. Bei einem Pressschlag rutschte der Fuß anschließend über den Ball und traf leicht das Bein seines Gegenspielers. Freistoß ja, aber Gelb-würdig war das keinesfalls, da völlig ohne Absicht und durch einen dummen Zufall zustande gekommen.

Fortan musste der SC in Unterzahl klarkommen und zog sich weit in die eigene Hälfte zurück. Das war freilich nicht das Spiel der Düsseldorfer Fortuna, die als Mannschaft mit brandgefährlichem schnellen Umschaltspiel – siehe das Tor zum 1:1 – bekannt ist aber als Spiel bestimmende und das Spiel machende Mannschaft nicht zu glänzen versteht. Trotz Unterzahl ließ der SC nur ganz wenige Düsseldorfer Torchancen zu, zwei bei denen es richtig gefährlich wurde, die aber Schwolow auf seinem Posten zeigten. So überstand der SC eine fast komplette Halbzeit in Unterzahl ohne Gegentreffer und hatte bei einigen Kontern, vor allem in der Schlussphase, selbst noch interessante Abschlüsse, hätte fast noch mit 2:1 gewonnen.

Vereint mit dem Klassenerhalt war der eine Punkt in Unterzahl für die treuen Fans letztlich einmal mehr ein Grund, die Mannschaft zu feiern.

 

Das Nachspiel

In der Interviewzone erklärten die Jungs, wie sie am Vortag den vorzeitigen Klassenerhalt erlebt hatten und wie das Spiel gegen Düsseldorf beurteilten. Dass es keinen Sieg gegeben hatte, was die Serie der sieglosen Spiele auf sieben anwachsen ließ, sorgte nicht wirklich für Verdruss. Alexander Schwolow kündigte an, dass die Mannschaft die lange vermissten „Dreier“ in den letzten beiden Spielen in Hannover und gegen Nürnberg einspielen will. Die Chancen dafür steigen, weil Nils Petersen, der am Sonntag auf der Bank saß, und Roland Sallai, der 20 Minuten mitwirkte und gute Ansätze zeigte, wieder fit sind und die Mannschaft da stärken könnten, wo es in den vergangenen Wochen gehapert hatte: im Torabschluss.

Sehr aufschlussreich fand ich mein Interview mit Vincenzo Grifo. Wir waren mit dem Gespräch zum Düsseldorf-Spiel eigentlich durch, als es mir durch eine wahre Geschichte aus unserer baden.fm-Bundesligashow gelang, den Mann mit italienischen Wurzeln zu emotional anzusprechen. Ich erwähnte seine starken Szenen aus der ersten Halbzeit und verriet ihm, dass ich in der Livereportage formuliert hatte „Vince fehlt mir jetzt schon, obwohl er noch da ist.“ Moderator Robert Wolf hatte wenig später den Titel „Listen to your heart“ (Hör auf dein Herz) mit den Worten abmoderiert, ich solle das doch mal dem Vincenzo sagen, mit einem schönen Gruß aus dem Studio. Auch das erwähnte ich. Zu meiner Freude stieg Vince nun im Interview offenbar angetan darauf ein und was der Kicker dann sagte – übrigens zu hören auf der HP des SC unter www.scfreiburg.com – lässt mir seinen Abschied im Sommer noch gar nicht so sicher erscheinen. Sowohl solche klaren Signale, wie aber auch das Abwiegeln von Streich und Co. bei Fragen nach Vinces Zukunft dürften bereits zum Pokern um eine mögliche Loseisung von Hoffenheim gehören. Seit Sonntag bin ich sicher – Vinces Rückkehr zu Hoffenheim am Ende der Saison ist noch nicht in Stein gemeißelt…

 

Am Sonntagvormittag hatte ich den Oldtimersonntag in Staufen moderiert – dann die Bundesligashow bei baden.fm als Livereporter durchgezogen, dann die Interviews eingefahren. Als alles durch war, war ich mit den Kräften ziemlich am Ende. Jetzt ärgerte ich mich, dass bereits Sonntag war und der Ruhetag, an den ich nach Bundesligaspielen eigentlich gewohnt bin, nicht mehr bevorstand. Im Gegenteil: Der lange Montag wartete mit Zeitungsproduktion von 9 Uhr bis 22 Uhr. Das ist kein Zuckerschlecken nach einem arbeitsreichen Wochenende.

Immerhin konnte ich mich heute Morgen zunächst meiner Zeitungskolumne „SC INTEAM“ widmen. Sie erscheint Mitte der Woche mit folgendem Text:

SC INTEAM

Glückwunsch an den SC Freiburg zum vorzeitigen Klassenerhalt!  Musste in der vergangenen Saison, nach fünf Niederlagen am Stück, am drittletzten  Spieltag ein Tor von Höler in der Nachspielzeit her, um durch ein 3:2 gegen Absteiger Köln neue Hoffnung zu schöpfen  und dann im letzten Spiel, einem 2:0 gegen Augsburg, das rettende Ufer zu erreichen, gelang der Klassenerhalt diesmal vorzeitig und  quasi vom heimischen Sofa aus. Durch die Niederlage von Stuttgart am Samstag in Berlin war Freiburg in Sicherheit. Die Spieler hatten, in der Regel jeder für sich, das Spiel der Schwaben im Fernsehen verfolgt und sich anschließend in ihrer internen „WhatsApp“-Gruppe gegenseitig gratuliert. Ein gemeinsames Anschauen des Stuttgarter Spiels war nicht in Fragen gekommen, um im Fall eines Schwaben-Sieges ein kollektives Stimmungstief vor dem Heimspiel gegen Düsseldorf zu vermeiden, wie Torhüter Alexander Schwolow neugierigen Reportern nach dem 1:1 am Sonntag erklärte. „Jeder hat vor einem Heimspiel seine gewohnten Abläufe, daran sollte sich nichts ändern. Auch deshalb gab es am Samstagnachmittag keine Zusammenkunft“, ergänzte der Keeper. Das ausverkaufte Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf am Sonntag verlor freilich durch die neue Konstellation im Abstiegskampf, in dem sich nur mehr Stuttgart, Nürnberg und Hannover in Fernduellen um den Relegationsplatz streiten, an Dramatik. Die Fans im Stadion feierten, so sie aus Düsseldorf kamen, den 124. Geburtstag der Fortuna, die SC-Anhänger bejubelten den vorzeitigen Klassenerhalt. „Nie mehr zweite Liga“ hallte es mehr als einmal durch das Stadion. Auf dem Rasen wurde derweil deutlich, wie die Schiedsrichter unter der Begleitung durch einen Videoassistenten leiden. Sie werden unsicher und treffen Fehlentscheidungen. Der Elfmeter für den SC war genauso ein „Witz“ wie die Gelb-Rote Karte gegen den Freiburger Haberer. Das Handspiel von Schlotterbeck im Strafraum war sicher eher strafbar als jenes in Leipzig. Dort hatte es den das Spiel entscheidenden Elfmeter gegeben, diesmal nicht – dies zeigt die Willkür, die bei der Handspiel-Bewertung regiert. Rein sportlich war der frühe Platzverweis (48. Minute) von Haberer prägend für den weiteren Spielverlauf. In Unterzahl zog sich der SC zurück und zwang Fortuna, das Spiel zu machen. Das aber können die Düsseldorfer weit weniger, als schnelle Konter zu fahren. So gelang es ihnen nicht, das Freiburger Bollwerk zu knacken. In der Schlussphase hatte sogar der SC noch Chancen zum Sieg, aber kein Glück. Entspannt kann der Sport-Club nun den finalen Spielen gegen die mutmaßlichen Absteiger Hannover und Nürnberg entgegensehen. Nach sieben sieglosen Spielen soll, wenn möglich, mal wieder gewonnen werden. (Zitatende)

 

Derweil bereite ich meine letzte Auswärtsreise der Saison vor. Die Stationen von Donnerstag bis Sonntag werden sein: Bad Krozingen, Gießen (Zwischenübernachtung), Bielefeld (Familienbesuch), Hannover (Spiel), Bielefeld (Fortsetzung des Familienbesuchs), Sandhausen (SVS – Arminia), Bad Krozingen. Den Toyota Hybrid von baden.fm habe ich heute reserviert. Es dürfte eine sehr entspannte Reise werden. Diesmal weint Hannover und nicht wir, wie vor vier Jahren… Nie mehr zweite Liga!